Centrick: „Etwas Vergleichbares gibt es nicht“

Mehr Durchsatz, Produktivität und Flexibilität in der Fertigung

Mehr Durchsatz, Produktivität und Flexibilität in der Fertigung komplexer und variantenreicher Komponenten, gleichzeitig ergonomisch verbesserte Arbeitsplätze – und das alles auf weniger Raum.

Aebi Schmidt, Hersteller von Fahrzeugen zum Reinigen, Räumen und Pflegen von Verkehrs- und Grünflächen, scheint die Quadratur des Kreises gelungen zu sein: Bei der Montage von voluminösen Fahrerkabinen und Kehrgutbehältern setzt das Unternehmen auf den Centrick Dreh-Kipp-Manipulator.

Die Montage von Schmutzsieben und Fahrerkabinen ist ein essenzieller Arbeitsschritt bei der Fertigung von Kehrmaschinen wie der Swingo 200+ des Herstellers Aebi Schmidt in St. Blasien bei Freiburg.

„Wichtig ist hierbei, dass der Ablauf in der Montage flexibel und einfach ist und sowohl die Produktivität der Abteilung als auch die Ergonomie der Arbeitsplätze optimal gestaltet sind“, so Philipp Jacoby.

Der 28-Jährige ist als Koordinator für die Produktionsplanung und den Mitarbeiter-Einsatz bei den Swingo-Kompaktkehrmaschinen mit 2 m3 Kehrbehältern verantwortlich.

Seit dem Einsatz des Centrick Dreh-Kipp-Manipulator bei der Swingo 200+ entfällt die aufwändige Einarbeitungszeit von Mitarbeitern an der Produktionslinie.
Zuvor mussten sie sich erst das nötige Know-How aneignen, um die Abläufe des komplexen Produktes in der Montage zu beherrschen. Erschwerend für die Personalplanung kam hinzu, dass die Fertigungszeiten für die jährlich rund 450 Kompaktkehrmaschinen der Baureihe Swingo mit 2 m3 Kehrbehältern stark variieren: Ist ein Standardmodell in achtzig Stunden fertig, kann eine Ausführung mit umfangreicher Zusatzausstattung nahezu die doppelte Zeit in Anspruch nehmen.

„Die Vielzahl an möglichen Varianten hatte eine sehr unterschiedliche Auslastung in der Montage zur Folge. Zusammen mit den durchgetakteten Arbeitsabläufen wurde die Einsatzplanung der Mitarbeiter zur Herausforderung und verlangsamte die Produktion,“ erklärt Jacoby.

Viele Varianten und saisonal stark schwankende Bestellungen

„Ebenfalls charakteristisch für die Fertigung bei der Baureihe ist der im Jahresverlauf stark schwankende Auftragseingang der Kunden, die bei uns aus ganz Europa stammen,“ so Philipp Jacoby.

Für die 35 Mitarbeiter war die Arbeit nicht immer komfortabel: So musste sie für die Montage von Schmutzsieben bei den Kehrmaschinen in das Innere des am Boden liegenden voluminösen Kehrgutbehälters hineinklettern und dort – teilweise auf dem Rücken liegend – die Bauteile montieren.

Hierzu waren vor allem viel Routine, Geschick, Erfahrung und Beweglichkeit erforderlich.

Eigenschaften, die genauso notwendig waren, um die Fahrzeuglenkung mitsamt ihrer Hydraulikversorgung, den Bremskraftverstärker sowie die Pedalerie an der Unterseite der Kehrmaschinenkabine zu montieren.

Hierfür kroch der Mitarbeiter zuerst unter die rund 200 kg schwere Kabine. Dort fixierte er dann das Fahrerhaus auf einem Gestell. Nachdem er wieder aufgestanden war, bewegte er beides mit Hilfe einer Hebevorrichtung in eine senkrechte Position. Erst dann konnte er mit der Montage beginnen.

Die Fahrerkabine schiebt der Werker zusammen mit ihrem Transportgestell in den Centrick hinein. Auch hier reicht ein Tastendruck, damit der Manipulator das 200 kg schwere Teil sicher in die gewünschte Position bewegt. Anschließend kann der Monteur bequem im Stehen alle Komponenten an der Unterseite befestigen. (Foto: ROEMHELD).

Die Lösung: Der Centrick Dreh-Kipp-Manipulator

Zusammen mit Gebhard Lehner, Arbeitsvorbereiter bei Aebi Schmidt, erarbeitete Jacoby ein Konzept, wie die Situation verbessert werden konnte. „Wir suchen immer nach Ideen, um die Arbeiten und Tätigkeiten zu vereinfachen“, beschreibt Lehner seine Motivation als Arbeitsplaner.

Eine entscheidende Inspiration fand er während einer Fachmesse: „Auf der Motek habe ich an einem Stand gesehen, wie mit dem Centrick Dreh-Kipp-Manipulator ein Motorblock und ein Rasenmäher bewegt wurden. Mir war sofort klar, den brauchen wir auch. Denn etwas Vergleichbares gibt es nicht auf dem Markt.“

Der ROEMHELD-Centrick ist ein elektrisch angetriebener Dreh-Kipp-Manipulator für die mobile Montage von schweren Bauteilen bis 2.000 kg.

Werkstücke können mit ihm um 90° gekippt, endlos sowie stufenlos gedreht und optional gehoben werden. Alle Achsen werden elektrisch und spielfrei angetrieben. Bremsen halten jede Position sicher.

Eine spezielle Anordnung der Gelenkarme und die patentierte Kippkinematik sorgen dafür, dass der Schwerpunkt des Werkstücks sich nicht verschiebt und es so immer die optimale Montagelage behält.

Auf engstem Raum

Damit ist er im Vorteil gegenüber herkömmlichen Dreh-Kipp-Vorrichtungen. Diese besitzen meist nur einen Arm und schwenken über einen deutlich größeren Verfahrweg, weshalb bei ihnen die Arbeitshöhe stärker variiert – zum Nachteil eines rückenfreundlichen Arbeitens.

Der kleine Schwenkradius des Centrick sorgt zudem für eine besonders hohe Standsicherheit. Außerdem wird weniger Arbeitsraum benötigt als bei herkömmlichen Kippverfahren. Dadurch ist die Integration in bestehende Arbeitsbereiche selbst bei beengten Räumlichkeiten möglich.

„Die Kipp-Kinematik auf engem Raum ist für uns sehr wichtig“, erklärt Arbeitsvorbereiter Lehner. 2014 schaffte Aebi Schmidt den ersten Centrick für die Montage der Kehrgutbehälter an. „Wir waren sofort überzeugt und haben gleich das nächste Modell für die Kabinenmontage bestellt.“

Bis 2014 musste der Werker in das Innere des am Boden liegenden voluminösen Kehrgutbehälters hineinklettern und dort – teilweise auf dem Rücken liegend – die Bauteile montieren (Foto: Aebi Schmidt Holding AG).

Komfortabel und rückenschonend im Stehen montieren


Der Einsatz des Centrick sorgt dafür, dass heute an dem mehr als 100 kg schweren Kehrgutbehälter mit den Maßen 90 x 210 x 130 cm (H x L x B) nahezu ermüdungsfrei gearbeitet werden kann. Auf einem Transportgestell wird er an den Montagearbeitsplatz angeliefert, anschließend hängt ihn der Mitarbeiter in den Dreh-Kipp-Manipulator ein. Hierbei nutzt er bereits die Aufnahmevorrichtung, mit der das Bauteil später an der Kehrmaschine befestigt wird.

Über die kabelgebundene Zweihandbedienung dreht er dann per Knopfdruck das Werkstück um 90 Grad. Nun kann er die Schmutzsiebe an der Seite und in der Mitte des Kehrgutbehälters komfortabel und rückenschonend im Stehen montieren.
Leichter geworden ist auch die Arbeit an der Fahrerkabine. Diese schiebt der Mitarbeiter zusammen mit ihrem Transportgestell in den Centrick hinein.

Auch hier reicht ein Tastendruck, damit der Manipulator das 200 kg schwere Teil sicher in die gewünschte Position bewegt. Anschließend kann der Monteur bequem im Stehen alle Komponenten an der Unterseite befestigen. Für die weiteren Arbeitsschritte wird die Kabine dann auf ihrem Transportgestell zur nächsten Station gefahren.

Zusätzliche Mitarbeiter lassen sich jetzt schnell in die Fertigung integrieren

Nachdem die Montagearbeitsplätze ergonomisch deutlich verbessert worden waren, machten sich das Team der Swingo Linie im darauffolgenden Jahr an den Umbau der Fertigung zu einer „atmenden Produktion“ mit schnell variierbarem Output. Dadurch ist die Montage nun in der Lage, rasch auf eine wechselnde Auftragslage zu reagieren: Mit nur wenigen Änderungen kann die wöchentliche Fertigung zeitnah mehr als verdoppelt und auch – wenn nötig – wieder heruntergefahren werden.

Eine wichtige Voraussetzung für die neue Arbeitsorganisation war, dass zusätzliche Mitarbeiter – dazu gehören auch kurzfristig von außen geholte Zeitarbeiter – schnell in die Fertigung integriert werden können. Die beiden Centricks tragen dazu bei, dass die Montagearbeiten an Kabine und Kehrbehälter auch von wenig routinierten Kräften bereits nach kurzer Zeit mit einer hohen Produktivität erledigt werden.

Bei der Umstrukturierung konnten die beiden Manipulatoren leicht umgesetzt und platzsparend in die neuen Abläufe integriert werden. Für Anwender, die das kompakte Hightech-Element mobil einsetzen möchten, gibt es als Option arretierbare Rollen für das einfache Bewegen.

Aktuell gibt es den Centrick in zwei Grundausführungen für Lasten bis 500 kg und bis 2.000 kg. Bei der kleineren Variante A500 kommt ein Scherenprinzip mit 310 mm Hub zum Einsatz, höhere Gewichte werden beim A2000 mit einer Säulenkonstruktion um bis zu 1.000 mm gehoben. Serienmäßig ist die Kipp- und Drehachse eingebaut, die Hubfunktion ist optional erhältlich.

Als weitere Sonderausstattungen sind beispielsweise eine Mediendurchführung für die Drehachse erhältlich sowie Bedienelemente für Schweißanwendungen und Sicherheitseinrichtungen. Angetrieben werden die Manipulatoren durch geräuscharme 230 V AC-Elektromotoren. Infolge der effizienten Kinematik beträgt die Leistungsaufnahme meist unter 700 W.

Ein Lob für den Centrick: Zuverlässig, wartungsfrei

Bei der Montage der Fahrergehäuse setzt Aebi Schmidt einen Centrick A 500 zum Kippen mit Scherenhub ein, bei den Kehrgutbehältern wird eine Version zum Kippen und Drehen und ohne Hub verwendet. „Die standardmäßige Kabelfernbedienung reicht für unsere Anforderungen. Außerdem können wir so auf eine Einhausung verzichten und sparen Platz“, erläutert Lehner.

Neben dieser Tipptasten-Bedienung gibt es eine Variante mit gesteuerter Höhen-, Dreh- und Kippverstellung über eine teach-in-programmierbare Steuerung für die wiederholgenaue, ablaufgesteuerte Serienfertigung. Darüber hinaus steht für den Schleppeinsatz mit fahrerlosen Transportsystemen und den Einsatz auf Fördersystemen auch eine Funkfernsteuerung zur Verfügung.

Für Aebi Schmidt sind die beiden Manipulatoren eine große Zeitersparnis bei gleichzeitig erhöhter Handling-Sicherheit und Ergonomie, lobt Produktionsplaner Philipp Jacoby: „Wir sind rundum zufrieden. Die Centricks sind sehr zuverlässig, wartungsfrei, der ROEMHELD-Service ist, wenn wirklich mal etwas sein sollte, schnell und die Ersatzteilversorgung hervorragend.“

Über Aebi Schmidt:

Die Aebi Schmidt Group ist ein weltweit führender Anbieter von intelligenten Produktsystemen und Dienstleistungen zur Reinigung und Räumung von unternehmenskritischen Verkehrsflächen sowie zur Pflege von Grünflächen in anspruchsvollem Gelände.

Das umfangreiche Angebot umfasst eigene Fahrzeuge, innovative An- und Aufbaugeräte für die individuelle Fahrzeugaufrüstung sowie ein innovatives Service- und Dienstleistungsprogramm für kundenspezifische Lösungen.

Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 413 Millionen Euro und beschäftigt weltweit rund 2‘000 Mitarbeiter in zehn Kompetenzzentren und weiteren lokalen Verkaufsorganisationen.

Die Markenstruktur wurde im März 2019 vereinfacht und besteht aus den Marken Aebi, Schmidt, Nido, Meyer, Swenson und MB. Die Aebi Schmidt Holding AG hat ihr Domizil in Frauenfeld in der Schweiz mit einem weiteren Standort in Zürich.

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Kehrmaschine Swingo 200+ des Herstellers Aebi Schmidt in St. Blasien.
Die Fahrerkabine schiebt der Werker zusammen mit ihrem Transportgestell in den Centrick hinein. Auch hier reicht ein Tastendruck, damit der Manipulator das 200 kg schwere Teil sicher in die gewünschte Position bewegt. Anschließend kann der Monteur bequem im Stehen alle Komponenten an der Unterseite befestigen. (Foto: ROEMHELD).
Dank Centrick kann an dem Kehrgutbehälter nahezu ermüdungsfrei im Stehen gearbeitet werden (Foto: ROEMHELD).
Rund 450 Kompaktkehrmaschinen der Baureihe Swingo mit 2 m3 Kehrbehältern werden jährlich in St. Blasien gefertigt (Foto: ROEMHELD).
Endmontage des AEBI-Schmidt SWINGO 200 +
Alexander Schul, Produktmanager Montage- und Antriebstechnik bei ROEMHELD, links, und Philipp Jacoby, Koordinator für die Produktionsplanung und den Mitarbeiter-Einsatz bei den Swingo-Kompaktkehrmaschinen von Aebi Schmidt (Foto: ROEMHELD).

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