Mehr Produktivität und Sicherheit

„Mehr Produktivität und Sicherheit bei Hörmann Automotive durch Schnellspannsysteme“

Hoher Kostendruck und der Zwang zu kontinuierlichen Produktivitätssteigerungen sind Alltag in der Automobilzuliefererbranche. Sicherheit und Ergonomie am Arbeitsplatz können hierbei schnell in den Hintergrund rücken. Nicht so bei der Hörmann Automotive Components GmbH: Dort  gelingt es, durch den Einsatz von automatisierten Werkzeug-Schnellspannsystemen die Rüstzeiten um bis zu zehn Minuten zu reduzieren, die Arbeit zu vereinfachen und die Gefahren des manuellen Spannens zu eliminieren. Dank der guten Auftragslage amortisiert sich der Anbau sogar schneller als ursprünglich errechnet.

Die Hörmann Automotive Components GmbH in Ginsheim-Gustavsburg bei Mainz produziert  mit rund 900 Mitarbeitern Karosserie-, Chassis- und  Rahmenanbauteile für PKW- und Nutzfahrzeughersteller. Zu den Kunden zählen Branchengrößen wie VW, MAN, Mercedes, BMW und Porsche. Auf acht Pressstraßen – teilweise vollautomatisiert – und zwei Großpressen werden bis zu 12 mm dicke Stahlbleche verarbeitet.


Nachdem in der Nutzfahrzeug-Teilefertigung 2008 eine Siempelkamp Stanzpresse mit 12.500 kN Presskraft, Baujahr 1994, mit einer Coil-Anlage ausgerüstet worden war, bot sich die Ausstattung mit Schnellspannsystemen als weiterer Schritt zur Produktivitätssteigerung an. Hubertus Friedmann, für die Werksplanung zuständig, wollte gleichzeitig die Arbeitssicherheit verbessern: „Beim manuellen Spannvorgang steht der Bediener auf öligem Untergrund – das lässt sich in einem Presswerk gar nicht verhindern“, gibt  Friedmann zu, „mit dem Einsatz der automatischen Spannsysteme leisten wir einen entscheidenden Beitrag zum Arbeitsschutz. “

Mehr Sicherheit und längere Laufzeiten

Darüber hinaus bringt die Technik deutlich verkürzte Rüstzeiten. Bis zu zehn Minuten weniger dauert das automatische Spannen des Werkzeugs als das Fixieren per Hand. Pro Schicht muss mindestens ein Werkzeugwechsel vorgenommen werden – auf das Jahr hochgerechnet ein enormer Zeitaufwand und wirtschaftlicher Verlust. Darüber hinaus barg das manuelle Anziehen von acht Spannschrauben stets die Gefahr der Beschädigung durch Überdrehen.

Spannen auf Knopfdruck

2009 wurden auf der Siempelkamp Stanzpresse hydraulische Hilma-Schnellspannsysteme mit Schubkette und Einschubspannern nachgerüstet. Die Systeme spannen das Werkzeug mittels einer elektromotorisch angetriebenen Schubkette automatisch an den Spannrand des Pressenstößels und bringen je Element eine Spannkraft von 78 kN auf. Standardmäßig werden Verstellwege von 200 bis 1.000 Millimeter angeboten, bei Hörmann wird eine Lösung mit 600 Millimetern eingesetzt. Die T-Nuten der Maschinen dienen als Führung der Schubkette und des Einschubspanners. Das Spannen und Lösen des Spannzylinders erfolgt zentral.

Acht Schnellspannsysteme – je vier auf der Zuführ- und Abführseite – sind seitdem im Einsatz, im Bedarfsfall sind sogar zehn möglich. Auf Knopfdruck fixieren alle Elemente gleichzeitig das Werkzeug, das bei Hörmann bis zu 2 m x 2 m groß sein kann und zwischen acht und zwölf Tonnen wiegt. So kann ein gleichmäßiges Spannen realisiert werden, das manuell nicht möglich ist, Spannfehler ausschließt und auch einem möglichen Werkzeugverschleiß vorbeugt.

Friedmann, ausgebildeter Maschinenschlosser und Diplom-Ingenieur Maschinenbau, ist seit fünf Jahren für die Werksplanung von Hörmann Automotive zuständig. „Stahlmassivumformung war schon immer mein Thema“, schmunzelt er, während er vor der Stanzpresse steht, die gerade kontinuierlich 8 Millimeter dicke Knotenbleche produziert, die als Rahmenverstärker für LKWs dienen.

Der Werksplaner bevorzugt einfache Lösungen, die funktionieren: „Eine Presse muss auf und zu gehen“, wobei eine deutliche Betonung auf dem „muss“ liegt. Denn der Stillstand einer Maschine aufgrund von Spannfehlern, Reparaturen oder Betriebsunfällen ist extrem teuer. Die Entscheidung für Produkte der Siegerländer Hilma-Römheld GmbH fiel nicht schwer, das Unternehmen ist der führende Experte für das Spannen von Werkzeugen, Werkstücken  und den effektiven Werkzeugwechsel im Handwerk, Maschinenbau, in der Umformtechnik und der Kunststoff- & Gummiindustrie. Es entwickelt, produziert und vertreibt weltweit individuelle Spannsysteme und Standardvorrichtungen für die spanende und spanlose Fertigung.

Die Qualität gab den Ausschlag

„Hilma ist nicht der preisgünstigste Anbieter, dafür haben wir aber Produkte der Premiumklasse erhalten“, meint der Werksplaner zufrieden. Die Qualität sei bei der Entscheidung ausschlaggebend gewesen, denn der Wert der Werkzeuge liegt oft bei mehr als einer viertel Million Euro. Nachdem die Wirtschaftlichkeitsrechnung ergeben habe, dass sich der Kostenaufwand binnen drei Jahren amortisieren würde, konnte sich Hilma auch dank seiner hervorragenden Kundenbetreuung gegenüber den Mitbewerbern behaupten. Außerdem sei man mit anderen Produkten aus Hilchenbach bereits sehr glücklich – mechanische und hydraulische Einschubspanner verrichten immerhin schon seit 25 Jahren ihre Arbeit im Betrieb, und zwar ausfallfrei. Konkurrenzprodukte verbogen sich schon nach kurzer Zeit. Dass der Einbau durch Hilma und die Einbindung in die Maschinensteuerung ebenso unkompliziert und schnell realisiert werden konnten, erhöht die Zufriedenheit bei Hörmann weiter.

Es geht steil nach oben

Das bekräftigt Friedmann: „Als Lieferant überzeugt Hilma mit Qualität und Kundenbetreuung. Auch dank dieser jüngsten Zusammenarbeit der beiden Unternehmen ist das Unternehmen für zukünftige Aufträge erster Ansprechpartner von Hörmann Automotive.“


Schließlich gehen die Umsatzzahlen des Unternehmens nach dem Krisenjahr wieder steil nach oben. Durch die verbesserte Auftragslage steigt der Bedarf an neuen Maschinen und die Notwendigkeit zur Modernisierung vorhandener Pressen. Gerade die Aufrüstung bestehender Anlagen ist aufgrund der momentanen langen Wartezeit bei Neubestellungen eine wichtige Option um die Produktion ausweiten zu können.

2009 wurden auf der Siempelkamp Stanzpresse mit 12.500 kN Presskraft, Baujahr 1994, hydraulische Hilma-Schnellspannsysteme nachgerüstet. Acht Schnellspannsysteme – je vier auf der Zuführ- und Abführseite (im Bild) – sind im Einsatz (Foto: Hilma).
Hilma-Schnellspannsysteme mit Schubkette und Einschubspannern spannen das Werkzeug automatisch an den Spannrand des Pressenstößels und bringen je Element eine Spannkraft von 78 kN auf (Foto: Hilma).
Hubertus Friedmann, bei Hörmann für die Werksplanung zuständig (Foto: Hilma).
Hydraulische Hilma-Schnellspannsysteme mit Schubkette (Foto: Hilma).
Der Einsatz von automatisierten Werkzeug-Schnellspannsystemen verkürzt die Rüstzeiten, vereinfacht die Arbeit vermeidet die Gefahren des manuellen Spannens (Foto: Hilma)

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