Europaministerin Lucia Puttrich besucht Römheld GmbH in Laubach

Ministerin spricht mit Geschäftsführung und Vertretern des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) über Entsenderichtlinie, Datenschutz-Grundverordnung und Brexit.


Die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich hat am Donnerstag die Römheld GmbH in Laubach (Landkreis Gießen) besucht. Das mittelständische Unternehmen der Maschinenbaubranche und beschäftigt weltweit etwa 500 Mitarbeiter. Die überwiegende Mehrzahl ist in der Zentrale in Laubach tätig.

„Wir erleben eine Zeit, in der Zollschranken und Barrieren wieder hochgezogen werden“, sagte Staatsministerin Lucia Puttrich insbesondere mit Blick auf die Politik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Gerade in einem exportorientierten und stark vernetzten Land wie Hessen könne daran niemand Interesse haben. Um so wichtiger sei es für die Hessische Landesregierung, mit Unternehmen und Wirtschaftsverbänden die Herausforderungen zu diskutieren, die mit der Umsetzung von rechtlichen Regelungen verbunden sind. „Die Rahmenbedingungen für unsere Wirtschaft werden maßgeblich durch die Europäische Union bestimmt. Deshalb ist dieser Austausch so wichtig, damit ich als Europaministerin diese Themen in Brüssel bestmöglich vertreten kann.“ Dabei wolle sie gezielt auch mit kleinen und mittleren Unternehmen im Austausch sein, um zu hören, „wo der Schuh drückt“.

Beispielhaft wurden in dem Gespräch, an dem neben der Geschäftsführung der Römheld GmbH auch Vertreter des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) teilnahmen, die europäische Entsenderichtlinie und die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) diskutiert. Bei der Entsenderichtlinie zeige sich, dass es beispielsweise sehr langwierig sei, Servicemitarbeiter zu Kunden nach Frankreich zu schicken. „Wenn ein Kunde Probleme hat, braucht er unverzüglich Hilfe. Mit anderen EU-Ländern klappt das offenbar besser. Hier müssen wir am Ball bleiben“, sagte die Europaministerin. Sie sagte, dass Sie hier unterstützen möchte  und für intensive Gespräche in Brüssel mit Unternehmen und Verbänden zur Verfügung stehe.

„Daten sind im Zeitalter der Digitalisierung ein wertvoller Rohstoff. Deshalb hat aber auch der Datenschutz immer mehr an Bedeutung gewonnen und die Menschen sind bei diesem Thema viel sensibler geworden“, sagte Lucia Puttrich weiter. Die vieldiskutierte Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) trage dem Rechnung. Die praktische Umsetzung habe für alle Beteiligten viel Arbeit bedeutet, doch der größte Brocken sei nun geschafft. „Die Politik muss ein wachsames Auge darauf haben, dass Datenschutz auch in Zukunft praktikabel ist“, lautet die Forderung der Europaministerin.

Die Hessische Europaministerin sprach auch das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union an. Gerade der deutsche Maschinenbau ist sehr exportorientiert. „Auch mittelständische Betriebe wie die ROEMHELD Gruppe sind auf dem britischen Markt vertreten. Ein Brexit ohne Zollunion werde in jedem Fall Folgen haben und könne höhere Preise bedeuten. Auch der von Unternehmen und Verbänden immer wieder vorgetragene Wunsch nach weiterem Bürokratieabbau werde sich sicher schwer verwirklichen lassen.

Die Hessische Europaministerin lobte abschließend die Römheld GmbH als Beispiel für mittelständische Unternehmen im ländlichen Raum, die international agieren. „Es ist vorbildlich, dass wir hier einen erfolgreichen und soliden Arbeitgeber haben, der sich zudem überdurchschnittlich in der Ausbildung engagiert und damit Bindungskraft in der Region entfaltet.

Hintergrund

Mit 1,35 Millionen Erwerbstätigen im Inland ist der Maschinen- und Anlagenbau der größte industrielle Arbeitgeber in Deutschland. Die Branche zählt rund 6.400 Unternehmen in Deutschland und ist mittelständisch geprägt. Der Anteil kleinerer Betrieb ist in Hessen größer als in anderen Bundesändern. Großbritannien ist nach den USA, China und Frankreich der viertwichtigste Einzel-Exportmarkt.

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Betriebsrundgang mit Geschäftsführer Rudolf Rackerseder am Stammsitz der ROEMHELD Gruppe in Laubach, Europaministerin Lucia Puttrich (mitte).

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Erläuterungen über die Fertigung und Herstellung von Spanntechnik-Produkten durch Gesellschafterin Julia Reichert (rechts).

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In einem "Selbstversuch" überzeugte sich die Ministerin über die Montageabläufe an einem der mehr als 300 Arbeitsplätze in Laubach.