ROEMHELD auf der Fakuma: Neue Tochtergesellschaft treibt Magnetspanntechnik voran

Joint Venture Römheld Rivi bündelt Kompetenzen

 
Schnellspannsysteme für Hochtemperatur-Anwendungen


Auf der Fakuma präsentiert sich die neu gegründete ROEMHELD-Tochtergesellschaft Römheld Rivi GmbH zum ersten Mal einer breiten Fachöffentlichkeit. Die neue Firma bündelt die Kompetenzen und Aktivitäten der ROEMHELD Gruppe rund um die Magnetspanntechnik. Neben der Unternehmensvorstellung stehen im Mittelpunkt des Messeauftritts magnetische Schnellspannsysteme für die Kunststoff- und Gummiverarbeitung, die sich auch für Hochtemperaturprozesse eignen.
 
Am Stand 1223 in Halle A1 zeigt das Unternehmen die Vielfältigkeit der M-TECS-Magnetspannplatten, die sich bei Arbeitstemperaturen von bis zu 240 °C einsetzen lassen. Dadurch wird neben dem Einsatz im Spritzguss auch die Verarbeitung von Kautschuk und Hightech-Thermoplasten wie Polyetheretherketon (PEEK) oder Polyphenylensulfon (PPSU) ermöglicht, bei der herkömmliche Magnetspannsysteme auf Dauer versagen. Bislang ist das Unternehmen weltweit das einzige, das Magnetspannplatten für solche Temperaturen anbietet.

Schnelles Spannen unterschiedlicher Werkzeuggeometrien und -gewichte

Zum Spannen und Lösen benötigen Magnetspannsysteme lediglich einen kurzen Stromimpuls, im Betrieb funktionieren sie komplett stromunabhängig. Permanentmagneten erzeugen ein Magnetfeld, das wenige Millimeter tief in die Form eindringt und selbst mehrere Tonnen schwere Werkzeughälften positionsgenau hält und absolut parallel zusammenführt. So werden auch Elemente mit komplexer Geometrie innerhalb von Sekunden exakt und deformationsfrei gespannt.

Ein weiterer Vorteil der magnetischen Spannsysteme ist ihre Flexibilität: Formen unterschiedlicher Größen, Gewichte und Geometrien können gespannt werden, eine Standardisierung der Werkzeuge entfällt. Alle magnetischen Materialien werden vollflächig und mit hoher Biegesteifigkeit abgespannt. Die gleichmäßige Verteilung der Spannkraft sorgt für einen geringen Werkzeugverschleiß.

Verarbeitung von Hochleistungs-Kunststoffen

Von der Magnetspanntechnik profitieren unter anderem Verarbeiter von Thermoplasten wie PEEK, das beispielsweise als sterilisierbarer und biokompatibler Werkstoff in der Medizintechnik, als flexibler Schaltungsträger für Elektronikbauteile oder als hitzebeständiges Material in der Luft- und Raumfahrttechnik genutzt wird. Im Dauergebrauch lässt sich der Hochleistungskunststoff bei einer Temperatur bis 260 °C einsetzen, der Schmelzprozess beginnt erst bei etwa 335 °C.

Daraus folgen hohe Werkzeugtemperaturen in der Verarbeitung, welche den Bedarf nach passenden Spannmitteln schaffen. Magnetspannplatten der M-TECS-Reihe, die bereits seit über einem Jahrzehnt in der Gummiindustrie bei Arbeitstemperaturen bis zu 240 °C verwendet werden, kommen hier als Schnellspannsystem zum Einsatz.
 
Die Größe und Form der Magnetspannplatten ist kundenindividuell anpassbar. Eine Heizung für Hochtemperaturprozesse lässt sich integrieren. Da ein Spannsystem aus nur wenigen Komponenten besteht und keine beweglichen Teile besitzt, lässt es sich meist innerhalb weniger Stunden auf vorhandenen Maschinen nachrüsten und ist anschließend im Prinzip wartungsfrei.

Die M-TECS-Reihe erfüllt die Normen EN 201 und EN 289 für Spitzgießmaschinen und Gummipressen. Allen Vorgaben hinsichtlich der relevanten Signale wie Magnetisierung, Stromversorgung, Werkzeugüberwachung und Notstopp wird auf Ebene der Performancelevels „d“ und „e“ entsprochen. Am Bedienpanel werden Sicherheitssignale und Fehlermeldungen angezeigt.

Neue Tochtergesellschaft Römheld Rivi will Technologie weiterentwickeln

Um die Magnetspanntechnologie weiterzuentwickeln – unter anderem für Industrie 4.0-Anwendungen –, hat Hilma-Römheld gemeinsam mit dem italienischen Spanntechnikhersteller und langjährigen Partner Rivi Magnetics S.r.L. das Joint Venture „Römheld Rivi“ gegründet. Geleitet wird es von Hans-Joachim Molka aus der Römheld-Geschäftsführung und dem Rivi Magnetics-Eigentümer Davide Rivi, der Sitz des neuen Unternehmens ist in Hilchenbach. Sebastian Veit, bisher bei Hilma-Römheld Produktmanager für die Magnetspanntechnik, wird die Verantwortung als Teamleiter Vertrieb im internationalen Außendienst übernehmen. Unterstützt wird er von Produktmanager Matthias Althaus, der sich außerdem um das Back Office des neuen Unternehmens kümmert. Für die Konstruktion und Entwicklung ist Daniel Szeremley zuständig.

ROEMHELD: Rüstzeitoptimierer für die Kunststoff- und Gummiverarbeitung

Mit einem umfangreichen Portfolio an Werkzeugspanntechnik löst der Rüstzeitoptimierer ROEMHELD nahezu jede spanntechnische Aufgabe in der Kunststoff- und Gummiverarbeitung. Die magnetischen, hydraulischen und elektromechanischen Spannsysteme sind vielfältig einsetzbar und tragen dazu bei, Abläufe in der Einzel- und Serienfertigung effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten. Produkte zum Werkzeugwechsel, darunter Werkzeug-Wechselwagen, Medienkupplungen, Rollenleisten und Tragkonsolen, ergänzen das Angebot.

Die ROEMHELD Gruppe steht für Lösungen, die dazu beitragen, die Abläufe in der Einzel- und Serienfertigung nahezu aller Industriezweige effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten. Mit innovativen Produkten der Fertigungs-, Montage-, Spann- und Antriebstechnik zählt der Unternehmensverbund international zu den Markt- und Qualitätsführern der jeweiligen Branchen. Elemente zur Herstellung, Prüfung und Wartung von Großbauteilen für Windenergieanlagen, Komponenten für die Automation von Rüstvorgängen und für die Maschinenkommunikation im Rahmen von Industrie 4.0 ergänzen das Portfolio. Die Aktivitäten rund um die Magnetspanntechnik sind in der 2017 gegründeten Römheld Rivi GmbH gebündelt.

Das umfassende Sortiment der Marken „ROEMHELD“, „HILMA“ und „STARK“ bietet mit mehr als 25.000 Artikeln für nahezu jede Aufgabenstellung das richtige Produkt und wird durch kundenspezifische Lösungen permanent erweitert. Die Unternehmensgruppe ist weltweit in mehr als 50 Ländern mit Service- und Vertriebsgesellschaften vertreten und beliefert insbesondere den internationalen Maschinenbau, die Automobil-, Luftfahrt- und Agrarindustrie sowie die Medizintechnik. An den drei Standorten Laubach, Hilchenbach und Rankweil / Österreich erzielten 510 Mitarbeiter 2016 einen Umsatz von rund 105 Mio. Euro.

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Das neue Joint Venture Römheld Rivi hat es sich zum Ziel gesetzt, das Produktportfolio der Magnetspanntechnik deutlich auszubauen